25.09.2018

7 Tipps für eine effektivere Remote Arbeit

Die letzten zehn Tage hatte ich die Möglichkeit, komplett von Polen aus zu arbeiten. Auf diese Weise konnte ich mich in jene Mitarbeiter bei QualityMinds hineinversetzen, die teilweise von den unterschiedlichsten Orten aus für uns arbeiten. Außerdem konnte ich erfahren, wie es ist, gleichzeitig zu arbeiten und zu reisen. Hier sind einige meiner Einsichten, die ich in dieser Zeit gewonnen habe: 

 

1. Selbstdisziplin - die Arbeit in einem Büro gibt einem automatisch einen Rahmen für Disziplin bei der Arbeit. Sowohl von der Zeit her (man beginnt ca. um 9 Uhr morgens, hat dann erste Meetings etc.) als auch vom Arbeitsstil her (man kommt schnell in ein Flow, man kommuniziert mit Kollegen etc.). Wenn du remote arbeitest und dich statt deiner Kollegen, deine Familie und Touristen, die im Urlaub sind, umgeben, dann brauchst du definitiv mehr Selbstdisziplin, um deine Arbeitszeit zu managen. Suche daher nach einem stillen Ort, an dem du arbeiten kannst und erstelle dir ein Backlog für deine Aufgaben, um dir diese besser zu vergegenwärtigen. Sonst vergeht die Zeit ohne, dass du wirkliche Ergebnisse erzielst.



 

2. Kleide dich wie für das Büro - eine kleine Sache half mir, mehr Disziplin zu bekommen: mein Dresscode. Ich versuchte mich so anzuziehen, wie ich auch ins Büro gehen würde. Das schafft einen Kontext des Arbeitens, der sich von der Freizeit bzw. dem Urlaub abgrenzt.



 

3. Ein strukturierter Arbeitsalltag- Es gibt zwei gute Hilfsmittel bei der Strukturierung der Remote Arbeit: Timeboxing und Backlog. Wähle bestimmte, geeignete Zeiträume für deine Arbeit (z.B. den Morgen für kreative Arbeit und den Nachmittag für Anrufe und Meetings) und blocke dir diese Zeiten. Dadurch hast du genug Zeit für die Arbeit, aber auch für deine Freizeitaktivitäten, die du dementsprechend planen kannst. Ein sichtbares Backlog (z. B. mit Post-its an der Wand oder eine Prioritätenliste) erinnert dich daran, was du über den Tag hinweg schaffen solltest. Natürlich ist das auch ein hilfreiches Tool für die Arbeit im Büro, wenn du remote arbeitest, ist es aber umso wichtiger. Denn da gibt es keinen Kollegen, der dich eventuell an gewisse Aufgaben erinnert. Irgendwo in Nord Polen gab es nur mich und mein Backlog.



 

4. Eine gute Internetverbindung – das ist besonders entscheidend für Gespräche mit Kunden oder Geschäftspartnern! Meine WLAN-Verbindung (DSL mit 16/10 Mbit / s) war nicht immer gut. Glücklicherweise hatte ich durch meinen Telekom LTE Vertrag 6GB zur Verfügung, das war sehr hilfreich. Wenn man irgendwo hinreist, darf man sich nicht darauf verlassen, dass die LTE Verbindung oder sogar ein normales Mobilfunknetz funktionieren wird. Plane daher keine Anrufe, wenn du nicht sicher eine zuverlässige Verbindung hast.



 

5. Den Kindern beibringen, wie sie sich verhalten sollen - sowohl für kreative Arbeitsprozesse als auch für Besprechungen und Anrufe, musst du ungestört arbeiten können. Deshalb müssen deine Kinder lernen, dass sie dich in dieser Zeit nicht stören dürfen. Rede mit deinen Kindern darüber, damit sie das verstehen und respektieren. In meinen ersten remote Tagen wurde ich leider häufiger von meinen Kindern bei der Arbeit gestört. Aber schon bald haben sie gelernt, mich nicht ständig zu unterbrechen. Auf der anderen Seite ist es aber auch wichtig, sich Zeitfenster frei zu halten, in denen du dich voll und ganz auf deine Kinder konzentrierst, mit ihnen spielst und Zeit verbringst. Dann ist es eine Win-Win-Situation für alle.



 

6. Mehr Sport machen - Ich habe festgestellt, dass das Arbeiten im remote Modus dazu führt, dass man sich noch mehr Gedanken macht als normalerweise. Um einen klaren Kopf zu behalten und gemäß Timeboxing meine Zeit effektiv zu nutzen, habe ich damit angefangen mehr Sport zu treiben. Dies lässt sich auch ideal mit dem Urlaub vereinen, z.B. indem man mit dem Fahrrad zum Meer fährt oder einen Fahrradausflug in den Wald macht. Das hat mir sehr dabei geholfen, den Kopf frei zu bekommen und die Dinge von einer anderen Perspektive aus zu überdenken.



 

7. Proaktiv kommunizieren - von meinem Arbeitskollegen Tobi, der im Home Office von einer anderen Stadt aus arbeitet, habe ich gelernt, wie wichtig es ist, proaktiv mit Menschen das Gespräch zu suchen. Wenn du nicht ständig im Büro sein kannst, nicht bei den Gesprächen während der Mittagspause oder einer kleinen Kaffeepause dabei bist, verpasst du interessante Unterhaltungen und die Entwicklungen innerhalb der Gruppe. Der einzige mögliche Weg trotzdem ein aktiver Part der Gruppe zu bleiben, ist die Kommunikation mit den Kollegen aktiv zu suchen.

 

Ich muss zugeben, dass es eine tolle Erfahrung war remote zu arbeiten und ich werde das definitiv wiederholen! Innerhalb dieser zehn Tage habe ich mit QM Polen und Deutschland an einem großen Angebot zusammen gearbeitet, rund zehn verschiedene Unternehmen im Rahmen des Autonomous Driving Projekts koordiniert, jede Menge Texte und Gedanken aufgeschrieben (viel mehr als in den letzten Monaten) und mich viel produktiver als sonst gefühlt. Ich denke darüber nach, regelmäßig von wo anders aus zu arbeiten (d.h. etwa 1-3 Mal pro Jahr für 7-10 Tage im Ausland zu arbeiten). Es ist herausfordernd, aber auch sehr inspirierend.

 

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