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22.02.2017

European Testing Conference 2017 in Helsinki

Unsere Kollegen Bettina Stühle und Ron Werner erzählen von ihren Eindrücken.

Ron

Kältetest. Zeit für die Daunenjacke! Denn bei bis zu -13°C und unter 9h Tageslicht wird es in Helsinki draußen schnell ungemütlich. Zum Glück wurden Bettina und ich wärmstens empfangen und Helsinki überzeugte als stylishe, menschliche und kulturelle Schatztruhe.

Wir besuchen die ETC 2017, die in Wanha Satama stattfindet, einer schönen historischen Hafenlagerhalle mit Klinker- und Holzbalkenlook direkt am zugefrorenen Innenhafen. Die Testkonferenz ist ein gelungener Mix aus Talks unterschiedlicher Geschmacksrichtungen: Testing, Automation, Kommunikation, Social Skills, Encouragement, Software Craftsmanship. 

Der Bereich Mobile war klein aber fein vertreten mit Demo Talks von Ru Cindrea von Altom Rumänien („Building a mobile automation framework around Appium“) sowie meinem „Talkatorial“ über Calabash als X-Platform iOS/Android Automation Tool („Dragons and Knights“). Insgesamt waren ca. 200 Besucher auf der Konferenz. 

Das offene Format hat mir sehr gut gefallen: Mittwoch war Workshop-Tag, am Donnerstag und Freitag gab es Vorträge, Keynotes, interaktive Open Spaces, Lean Coffee Sessions, und zum jeweiligen Tagesabschluss wurde eine Retrospektive mit allen Teilnehmern mittels Post-its gemacht. Nebenher lief Altoms Test Lab (mit den Incredible Machines), wo man sich am Erraten von Heuristiken kleiner elektronischer Kästen mit Knöpfen, Hebeln und Lämpchen ausprobieren konnte, und die Test Clinic. 

Natürlich treffe ich wieder auf Huib Schoots (Organisator der Testbash NL) - eine Europäische Testkonferenz ohne ihn gibt es wohl nicht! Huib leitete die Test Clinic, in der man sich Rat bei akuten Testingproblemen einholen kann. Ich ließ eine Runde Vorträge sausen, um wertvollen Input für mein aktuelles Projekt zu gewinnen. Huib gab mir eine tolle Analogie, die mir sehr gelegen kam. Bäm! Hast Du ein Problem? Dann frag doch einen Tester!

Am Mittwoch verbrachte ich einen Halbtags-Workshop mit Matt Lavoie (US), wo wir interaktiv Usability Tests durchführten und spannende Diskussionen zum Thema entfachten („Wie funktionieren UX Tests in agilen Projekten?“). In der zweiten Tageshälfte machte sich Dan Billing (UK) im Workshop „Web Application Security Testing“ daran, zusammen mit uns hands-on einen Ticket-Webshop unsicher (und damit sicherer) zu machen und uns zu zeigen wie Proxy-Tools à la Owasp ZAP oder Burpsuite funktionieren.

Meine persönlichen Top 3 der Sessions:

  • Matt Lavoie („Bridging the Usability Gap“)
  • Alex Schladebeck („Will your tests stand the test of time? Patterns for automated UI tests“)
  • Kevlin Henney (opening keynote „The Ways of our Errors“)

Liste der coolen Leute, die ich traf bzw. wiedertraf:
Abby Bangser, Matt Lavoie, Risto Kumpulainen, Liz Keogh, Alex Schladebeck, Gitte Klitgaard, Joep Schuurkes, Damian Synadinos, Sharanya Viswanath, Chris Neuroth, Ru Cindrea, Adina Moldova, Dragan Spiridonov, Bhagya Perera, Jyothi Rangaiah, Dan Billing, Neil Studd, Angie Jones... und viel zu viele mehr... gut, dass es Twitter gibt!

Unsere Hosts Maaret Pyhyärvi und Llewellyn Falco waren unbeschreiblich. So sieht Finnische Gastfreundschaft aus: von der Abholung am Flughafen durch Llewellyn bis hin zum perfekt geplanten Abendprogramm (Speaker Dinner und Sauna in den F-Secure Büros, Party im Zetor), sowie einem persönlichen Speaker Kit (Apple VGA Adapter inklusive) und genial stylishem Scandic Hotel umsorgten sie uns wirklich brilliant.

Bettina hat abgerockt – sie hat gleich am ersten Tag immens viele Leute kennengelernt und war ab da im Modus „Girlband“ mit ihrer neuen Powercrew aktiv. Sie ist ein super Travel und Conference Buddy, wir haben uns hier in jeder Hinsicht gut ergänzt – Sessions, die wir gemeinsam besucht haben und Kram, den jeder für sich gemacht hat. So war ich Freitagabend z.B. noch eine Runde mit Joep Schuurkes beim Bouldern, wärend sie schon mit einer Traube Testern durchs Nachtleben Helsinkis zog.

Unsere QualityMinds Goodies (besonders die „We © Testing“ Buttons) waren der Renner und am Freitag innerhalb von 10 Minuten weg. Bettinas Koffer wurde schnell um einiges leichter!

Was habe ich mitgenommen? Sehr viele Eindrücke und Einsichten. Viele Momentaufnahmen (und Selfies) mit anderen Testern. Wieder einmal das Gefühl, diesen State of Mind während der Konferenz eindosen zu müssen, für späteren genussvollen Konsum. Hands-on Practices in Usability Testing, Teamkultur, Web Security Testing, Automation und Patterns. Und wieder mal die Bestätigung, dass die Test-Szene einfach die Beste ist (das nickten sogar einige Developer ab)!

Und dieses Mal konnte ich auch etwas in die Community zurückgeben, wofür ich sehr dankbar bin.

Mein persönliches Resumé:

  • Erster Vortrag auf einer richtigen Testing-Konferenz: Check.
  • Lean Coffee moderiert: Check.
  • Eigene Open Space Session präsentiert und durchgeführt („Market Urself [as a tester]“): Check.
  • Wieder einmal eigene Grenzen überschritten: Check.
  • Hat es Spaß gemacht und sich gelohnt: Double check!

 

Bettina

Vom 8. – 10. Februar hatten wir beide die tolle Chance an der ETC teilzunehmen und was soll ich sagen, es war super!!!

Nach unserer Ankunft am Dienstagabend überraschte uns ein persönlicher Shuttleservice durch einen der Veranstalter. Llewellyn Falco war so nett und sammelte uns am Flughafen ein, um uns die Ankunft in unserem Gastland so angenehm wie möglich zu machen. Nach einigen „go riiiiiiiiiiiight…“ und „go leeeeeeeft“ seines Navis waren wir mit bester Laune und den ersten geknüpften Kontakten in unserem Hotel am alten Hafen angekommen.

Mittwoch ging es dann los – Workshop-Tag. Ron hatte sich für die Tech-Themen eingeschrieben, ich hatte mich für den ganztägigen Workshop mit Gitte Klitgaard und Aki Salmi zum Thema „Effective Communication“ entschieden. Reden schadet nie!

Die Workshops als auch die folgenden Konferenztage fanden im Wanha Satama (übersetzt „alter Hafen“) einer alten Lagerhallen, die für Veranstaltungen herausgeputzt wurden, statt. Das war schon echt sehr „stylisch“!

1.Tag

Mein Workshop-Tag war super. Wir waren eine kleine Gruppe von 8 Personen mit bunt gemischten Nationalitäten. Kernthema war das Zuhören. Um gut kommunizieren zu können, muss man zunächst zuhören und das ist gar nicht so einfach. Gitte und Aki habe das ganz toll durch diverse Übungen und Spiele veranschaulicht.

 2. Tag

Zum Auftakt gab es eine absolut sehens- und hörenswerte Keynote von Kevlin Henney „The error of our ways" (https://de.slideshare.net/Kevlin). Anschließend lauschte ich Rosie Sherry, die die Frage stellte „Why and how testers should act like marketeers“. Sie hat Recht – wir müssen alle an unserer Sichtbarkeit und somit der positiven Wahrnehmung von uns Testern arbeiten. Danach ein Speed Meet (oder besser gesagt: Speed Date) mit den anderen Konferenzteilnehmern mittels Mindmaps zur eigenen Person, die wir vorbereitet hatten. Eine tolle Idee, die den Veranstaltungsrahmen sehr auflockerte und das Kontakte Knüpfen enorm erleichterte.

Dann folgte auch schon mein Highlight – Sami Söderblom. Hatte ich schon erwähnt, dass ich die Finnen echt in mein Herz geschlossen habe? Der Sami ist ein absoluter Entertainer und ein guter Tester dazu. Wir sollten in kleinen Gruppen ein beliebiges Produkt auswählen, das wir testen möchten und zunächst die Tests dazu grob notieren. Anschließend wurde diese Aufgabe erweitert und der „Projektdruck“ erhöht, um uns dann zu verdeutlichen, dass Testfälle einfach nicht das Allheilmittel sind (muss ich in meinem Kundenprojekt auch noch irgendwie charmant einfließen lassen: http://europeantestingconference.eu/slides17/SamiSoderblom.pdf). 

Einen Talk später wurde ich dann noch um eine weitere Methode bereichert. Wir haben uns zu einem Lean Coffee in kleine Gruppen aufgeteilt, um dann in Scrum-ähnlicher Form unterschiedliche Themen zu besprechen.  Lean Coffee mit 3 Finnen – eine sehr gemächliche Sache, aber durchaus unterhaltsam! Der offizielle Teil wurde durch eine Feedbackrunde beendet, in der jeder per Post-it seine Kommentare loswerden konnte.

Zum Abschluss des Tages: eine kleine Einladung eines Sponsors. Also trafen sich einige von uns in der City in einer kleinen Kneipe und vertieften bei finnischem Bier die begonnenen Gespräche vom Nachmittag.

3. Tag

Der Freitag startete etwas mehr philosophisch – Gitte Klitgaard fragt sich: „Are you brave enough to be vulnerable?“ Schöne Keynote, die noch nachwirkt….

Anschließend kam Rons großer Auftritt, der absolut gelungen war und sehr gut ankam! Und dank des Laserschwertes von Gitte noch imposanter wirkte. Zunächst erklärte Ron seine Mission in Form eines Rettungsauftrages der Prinzessin die vom bösen Drachen (einer hybrid App)  befreien zu können musste die Wahl der Waffen geklärt werden. Was hilft da besser als ein Ü-Ei? Man braucht drei Dinge: 1. Cross Platform Testing, 2. Support von Hybrid, 3. Survives POC => also die Waffen Calabash und Appium. Nach diversen Schwierigkeiten wie bspw. dem Scroll-Troll konnte schlussendlich die Prinzessin sich vom Drachen befreien und es gab "Dragon Stew" und "Cucumber Salad". Das ganze veranschaulichte Ron dann mit seiner Live-Demo und der QM-App. Kurzfristig wurde das finnische Eishockey-Team Teil der QualityMinds und Ron zeigte auf iOS sowie Android, wie eine Testautomatisierung aussehen kann. Mein Eindruck des Talks war, dass er aufmerksam und durchweg positiv von den Teilnehmern aufgenommen wurde. 

Dann folgten wieder etliche Talks, die ich euch jetzt im Detail ersparen möchte, was aber nicht heißt, dass diese weniger spannend waren – ganz im Gegenteil (Matt Lavoie, Alex Schladbeck, Joel Hynoski). Doch hier würde es jetzt zu lange dauern. Jedenfalls wurde uns nach den Talks wieder ein „Open Space“ offeriert, in welchem jeder eigene Themen einbringen konnte. So wurde uns Konferenzteilnehmern wieder die Möglichkeit geboten, einzelne Themen aus den Talks weiter zu vertiefen oder (so wie ich) sich ein kleine Hands-On-Session mit Maaret Pyhäjärvi zu stürzten.

Den offiziellen Abschluss bildete dann Fiona Charles mit ihrer Abschluss-Keynote „Multyplying the Odds“. Danach noch die Post-it-Feedbackrunde und dann…

Wie? Das war ´s das jetzt schon? Hatte mich gerade voll "eingegroovt"! Ja, das war so mein erster Gedanke am Freitag um halb sechs. Zum Glück hatte ich noch einen ganzen Samstag vor mir. Es blieb noch Zeit sich von den einzelnen Konferenzteilnehmern zu verabschieden und am Samstag mit ein paar „übrig gebliebenen“ Speakers noch durch die Stadt zu stromern, Kaffee zu trinken und dabei noch richtig gute Gespräche zu führen.

Mein Fazit – absolut lohnenswerte Veranstaltung!!!

Meine 3 Highlights:

  • Workshop mit Gitte und Aki (effective communication)
  • Workshop mit Sami (exploratory testing clinic)
  • Hands-On-Session mit Maaret (mob und pair testing)

Beste Talks:

  • Matt Lavoie (testing of usability)
  • Alex Schladbeck (Will your test stand the test of time?)
  • Kevlin Henney (the error of our ways)

 
Besonders gefallen hat mir das Format der Konferenz. Die Mischung aus Talks und interaktiven Sessions machte das ganze sehr intensiv und verlieh dem Ganzen eine eigene Dynamik. Ich habe einen ganzen Sack voll toller Leute kennenlernen dürfen (ein Toast auf Twitter und FB!). Ich habe neue Ideen bekommen, die ich bei meinem Kunden ausprobieren möchte. Ich habe einiges Neues gelernt.

Und last but not least, hatte ich mit Ron zusammen eine ganz tolle Woche und jede Menge Spaß!!! 

Bilder

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