Effektiveres Lernen in Dienstleistungsunternehmen
06.09.2016

Tipp 3: Mit Struktur zu einer besseren Lehre

Aus unserer Beitragsreihe „10 Tipps zum Lernen in Dienstleistungsunternehmen“

Viele Lehrveranstaltungen wirken aus Sicht der Lernenden unstrukturiert. Das liegt nicht etwa daran, dass sich die Lehrenden keine Mühe geben würden, sondern dass die Struktur von außen häufig kaum erkennbar ist. Eine klar erkennbare und gut gewählte Struktur kann den Dozierenden während des Unterrichts entlasten und den Lernenden das Lernen erleichtern.

Instruktionale Komponenten in der Lehre
Gute Lehrveranstaltungen bestehen aus zwei instruktionalen Komponenten – dem Vortrag und der anregenden Instruktion.
Während der Vortrag der Vermittlung von neuem Wissen dient, helfen anregende Instruktionen dem Lernenden, neue Inhalte angemessen zu verarbeiten – sei es durch Wiederholungen, Fragen oder durch Übungen. Die Verteilung dieser instruktionalen Komponenten hängt von dem Ziel ab, das der Lehrende in der jeweiligen Lehrveranstaltung verfolgt.

In vielen Lehrveranstaltungen wie Schulungen oder Workshops überwiegt der Anteil des Vortrags deutlich gegenüber der anregenden Instruktion. Dies führt immer wieder zu unzufriedenen Kursteilnehmern, vor allem dann, wenn diese sich gut auf die Lehre vorbereitet und beispielsweise ein Buch gelesen haben. Teilnehmer mit großem Vorwissen können sich auch in Frontalvorträge kaum einbringen und kommen mit dieser Art der Darbietung schlecht zurecht.

Strukturierung hilft, Inhalte besser zu verarbeiten und klare Rollen zu etablieren

Die Zusammensetzung von Gruppen stellt eine wichtige Voraussetzung für guten Lernerfolg dar; zusätzlich sollte der Dozent auf eine strukturierte Verteilung des Vortrages und der anregenden Instruktion achten.

So sollte eine Lehrveranstaltung mit einer Wiederholung von relevanten Inhalten beginnen und enden. Zusätzlich haben sich Zusammenfassungen zu Beginn der Lehre (sog. Advance Organizer) als sehr lernförderlich erwiesen. Anschließend kann der Dozierende je nach Lehrziel die Inhalte vermitteln, um sie dann in der anschließenden Interaktions- oder Gruppenphase in die Anwendung zu bringen. Um mehr Raum für Struktur zu schaffen, bietet es sich an, die Lehreinheit in verschiedene, möglichst kurze Themenblöcke zu unterteilen und sie mithilfe von 2-minütigen Pausen voneinander zu trennen. Auch diese Pausen sind, wenn sie korrekt angeleitet werden, ein strukturierendes und lernförderndes Element und helfen den Lernenden, Inhalte (tiefer) besser zu verarbeiten.

Damit Lernende die Struktur leichter erkennen, ist es wichtig, je nach Ziel eine konstante Struktur zu wählen und sie den Lernenden mitzuteilen. Dadurch bekommt nicht nur der Dozierende eine Hilfestellung, da er weiß, wann er welche Instruktion einsetzen und welche Wirkung er von dieser erwarten kann. Auch für die Studierenden ist diese Struktur wichtig, da sie genau wissen, was sie im Verlauf der Lehrveranstaltung sowohl inhaltlich als auch instruktionell erwartet. So passen Lernende besser auf, wenn sie wissen, dass noch ein anschließender Test kommt. Um die Struktur zu unterstreichen, ist es hilfreich, Folien mit gleicher Funktion (beispielsweise Zusammenfassungen) immer im selben Design zu gestalten.

Strukturierungstipps im Überblick 

  • klarer, wiedererkennbarer Aufbau
  • Inhalte zu Beginn und am Ende wiederholen
  • Theorie- und Anwendungseinheiten vorsehen
  • Interaktions- und Gruppenphasen einbauen
  • kompakte Themenblöcke schaffen
  • kurze Pausen (2 Minuten)
  • Ablauf frühzeitig bekanntgeben
  • gleichartige Präsentationsfolien gleich gestalten

 

Fazit
Strukturierungen in der Lehre helfen dem Dozierenden, seine Lehre zielgerichtet, abwechslungsreich und in sich gleichmäßig zu gestalten. Und Lernende erfassen damit leichter, wann sie selbst aktiv werden sollen. Wenn Dozierende Technologien (wie etwa Twitter oder Lernplattformen wie Backstage http://backstage.pms.ifi.lmu.de/) in die Lehre einbinden wollen, sind klare Strukturen unverzichtbar.

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