Effektiveres Lernen in Dienstleistungsunternehmen
15.12.2016

Tipp 6: Mit strukturierten Lehrvideos die Lehre freier gestalten

Aus unserer Beitragsreihe „10 Tipps zum Lernen in Dienstleistungsunternehmen“

Lehr- und Lernvideos sind als Unterrichtsmedium die große Erfolgsstory der letzten Jahre. Im Internet gibt es unzählige Seiten, die sie gegen Gebühr oder umsonst anbieten. So gibt es Universitäten (wie Harvard oder auch die LMU in München), die Videos ihrer Lehrveranstaltungen filmen und diese für ihr Publikum ins Netz stellen. Online-Lernplattformen wie beispielsweise die Khan-Akademie stellen didaktisch aufbereitete Inhalte ins Netz, um Schülern diese leicht verständlich zu erklären. Und Youtube zeigt Lehrvideos zu fast jedem Thema. Hier sind die aufbereiteten Sachgebiete besonders vielfältig: von Schmink-Tutorials zum Nachmachen, über Installationshilfen, die das Tool abfilmen, bis hin zu reinen Erklärungen, ist für alle Fachrichtungen etwas geboten.

Warum Lehrvideos so erfolgreich sind

Lehrvideos sind eine gute Ergänzung zur klassischen Lehre. Sie ermöglichen es, die Inhalte nochmals aus einer etwas anderen Perspektive oder mit anderen Beispielen zu erklären. Darüber hinaus entsteht durch sie "Just-in-Time-Teaching", was in traditionellen Lehrformaten kaum möglich ist. Der Lernende sieht sich die relevanten Videos genau in dem Moment an, wenn die Aufgabe (z.B. die Installation der Software oder das Nähen einer Tischdecke) erledigt werden soll.

Falls das Video nicht direkt die gewünschte Lösung präsentiert, funktioniert das Weitersuchen besonders einfach, da Portale wie Youtube weitere Anleitungen zum gewählten Thema unmittelbar vorschlagen. Das nächste, passendere Video ist somit gleich zur Hand! Dazu lassen sich Lehrvideos immer wieder von vorne anschauen, wenn Aspekte unklar geblieben sein sollten.

Wie sich Lehrvideos im Unternehmen einsetzen lassen

Die beschriebenen Vorteile sind auch im Kontext der betrieblichen Weiterbildung hilfreich. Häufig möchten sich Mitarbeiter mit Tools oder Inhalten genau in dem Moment auseinandersetzen, wenn sie sie brauchen und nicht schon eine Woche früher. Das reduziert das sogenannte träge Wissen, denn das Gehörte kann unmittelbar zur Anwendung gebracht werden. Aber auch als Auffrischung nach einer (praktischen) Schulung eignen sich Lehrvideos, da sie das Gelernte wiederholen und so das Wissen nochmals festigen.

Die hohe Freiheit, die mit Lehrvideos einhergeht, besteht auch darin, dass sich der Lernende z.B. vor einem Kundentermin während der Zugfahrt nochmals mit Inhalten vertraut macht, die er im Termin besprechen möchte. Auf diese Art und Weise können Lehrvideos auch ideal im Sinne von praktischem Zeitmanagement eingesetzt werden, wenn z.B. ein Video (idealerweise ergänzt durch ein paar Fragen) auf dem Weg zur Arbeit bearbeitet wird. So bekommt der Lernende in kurzer Zeit einen Einblick in ein Fachgebiet, ohne dafür ganze Tage frei nehmen zu müssen.

Eine wichtige Voraussetzung für diese Art der Lehre ist es, dass die Inhalte auf das Wesentliche konzentriert, gut strukturiert und auch aussagekräftig benannt werden. So ist es hilfreich, sowohl am Anfang als auch am Ende des Lehrvideos mit Zusammenfassungen zu arbeiten und diese auch kenntlich zu machen. Auch der restliche Aufbau des Lehrvideos sollte eine einheitliche Struktur haben, ausgehend von dem gewählten Lehrziel. Ein Beispiel dazu: Immer am Anfang einer Lerneinheit finden sich Begriffsdefinitionen, die ein allgemeines Verständnis bei den Nutzern schaffen. Wenn es mehr um die Vermittlung von praktischen Tätigkeiten geht, sollte weitgehend mit dem Abfilmen der Bildschirminhalte gearbeitet werden. Auch hier bieten sich Erklärungen vor der eigentlichen Übung an.

Bei QualityMinds nutzen wir selbstgedrehte Lehrvideos vor allem für Lerninhalte, die die Mitarbeiter in unterschiedlichem Maße für ihre Arbeit benötigen. Wenn es um die Nutzung von Tools wie JIRA oder Confluence geht, findet jeder Kollege Einsteiger-Videos, die „Erste Schritte“ wie Einloggen oder das Erstellen von Seiten erklären, aber auch Fortgeschrittenen-Videos, die sich mit der Vorlagenerstellung und anderen komplexen Funktionen beschäftigen.

Fazit

Anschaulich – leicht zu navigieren - wiederholbar

Lehrvideos sind im Alltag ein von vielen anerkanntes Medium, um sich mit neuen Inhalten auseinanderzusetzen oder sich neue Fertigkeiten anzueignen. Aufgrund ihrer Kürze und hohen Flexibilität eignen sie sich auch für die Weiterbildung in Dienstleistungsunternehmen. Mitarbeiter setzen sich mittels Videoanleitung gezielt mit neuen Themen auseinander oder bereiten sich auf Termine vor. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, die Videos kurz zu halten und möglichst ähnlich zu strukturieren. Die Lernenden erhalten dadurch mit Videos ein kurzweiliges, einfach handhabbares Instrument für den Wissenserwerb.

Im nächsten Beitrag:

Tipp 7: PracLab - von der Theorie in die Praxis​

Bisher haben wir uns in den Blogbeiträgen zum Thema Lernen meist mit dem Thema Wissenserwerb und wie Strukturen diesen erleichtern können beschäftigt. Im nächsten Beitrag soll es weniger um den Erwerb von Faktenwissen gehen, sondern mehr wie man Methoden in die Anwendung bringt. 

Bild: iStock

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