BlogNewsCSR

Wie haben wir ohne große Schwierigkeiten die Nachhaltigkeit im Unternehmen verankert?

25.05.2020

geschrieben von

Christian Krause

Zuallererst muss ich dir etwas beichten. Das ist mein allererster Blogartikel, den ich schreibe. Und weil ich wissen wollte, wie man solch einen Artikel richtig schreibt, habe ich mich im Netz auf allerlei Seiten herumgetrieben, mich informiert und habe Folgendes in unterschiedlichen Artikeln dazu gelesen: „Blogger wird man nicht über Nacht“ oder “Es braucht Jahre, um gute Artikel zu schreiben und sein Handwerk zu beherrschen.”

Bei dieser Aussage musste ich sofort an die Anfänge der Nachhaltigkeit bei QualityMinds denken. Auch wir sind nicht über Nacht zu einem Unternehmen geworden, bei dem sich Nachhaltigkeit plötzlich in der Firmen-DNA wiederfindet. Nachhaltigkeit in einem Unternehmen zu etablieren braucht Zeit. Aber schwer ist es nicht. Man braucht Menschen, die an die gute Sache glauben und Förderer innerhalb des Unternehmens. Aber wie bekommt man diese?

Vor ein paar Jahren habe ich mich ehrenamtlich für eine Organisation stark gemacht, die sich dem Schutz des Regenwaldes verschrieben hat. Meine Tätigkeit dort bestand darin eine Software zu testen, die durch künstliche Intelligenz illegale Abholzung erkennt und diese den zuständigen Behörden meldet. QualityMinds fand dieses Engagement so gut, dass sie mich dabei unterstützt haben und ich mich auch in meiner regulären Arbeitszeit als Softwaretester dort einbringen durfte.

Was aber damals weder QualityMinds, noch mir klar war:

  1. Durch diese Zusammenarbeit haben wir den Grundstein zur Nachhaltigkeit gelegt
  2. Wir haben dadurch echtes CSR (Corporate Social Responsibility) betrieben.

CSR bedeutet nämlich, einen Teil seines geschäftlichen Erfolges wieder an die Gesellschaft zurückzugeben. Dies soll aber nicht einfach nur durch Spenden (Corporate Giving) passieren, wie es einige Unternehmen verstehen, sondern durch Aktivitäten mit dem eigenen Kerngeschäft. In unserem Fall ist es das Softwaretesting.

Nachdem das Thema Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt, haben auch wir bei QualityMinds das Thema noch intensiver beleuchtet und es zu einem unserer strategischen Firmenziele gemacht. Durch die Gründung eines eigenen CSR-Teams sollen alle drei Säulen der Nachhaltigkeit beleuchtet werden: Ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit sind im Gesamten zu betrachten.

Was beim Thema Nachhaltigkeit aber fast am wichtigsten ist: Es müssen alle Mitarbeiter an Bord geholt werden. In einem ersten Workshop haben wir letztes Jahr einen ganzen Tag lang mit allen Beschäftigten zusammengesessen, um ein gemeinsames Verständnis zu diesem wichtigen Thema zu bekommen. In diesem Workshop wurden die Ideen der Kollegen gesammelt, geclustert und daraus ein erstes Maßnahmenpaket geschnürt. Warum wurde das gemacht? Nur durch ein gemeinsames Verständnis für die Sache und das gemeinsame Sammeln von Ideen, bekommt man den Rückhalt und die Unterstützung, die man für eine Umsetzung braucht. Manche Kollegen sind auch nach dem Workshop aktiv auf uns zugekommen und wollten bei der Umsetzung helfen und sind heute ein Teil des CSR-Teams.

Die ersten Umsetzungen waren kleine Schritte. Wir haben ganz langsam das Laufen gelernt. Erste Umsetzungen, sogenannte „QUICK WINS“ konnten sehr zeitnah umgesetzt werden. Dazu gehörten:

  • Kaffee für alle Kollegen nur noch aus Fairem Handel beziehen
  • Wasserspender statt Glas- oder Kunststoffflaschen
  • Auf Ökostrom in den Büros umgestellt
  • Ehrenamtliches Engagement der Beschäftigten durch Ehrenamtstage gefördert
  • Körpercoaching durch eine Physiotherapeutin

Alleine durch diese sofortigen Maßnahmen konnten wir zu allen drei Säulen der Nachhaltigkeit etwas beitragen.

Für das Jahr 2020 haben wir uns etwas größere Ziele gesteckt. Manche davon konnten wir bereits umsetzen, wie zum Beispiel einen regelmäßigen, alle zwei Wochen erscheinenden, internen Artikel zum Thema Nachhaltigkeit. Des Weiteren fand eine erste interne Kleidertauschparty statt (die übrig gebliebene Kleidung wird an Sozialkaufhäuser gespendet) und eine Gesundheitschallenge, bei der die Kollegen über mehrere Wochen hinweg mit einer wöchentlichen Aufgabe dazu motiviert wurden sich im Alltag mehr zu bewegen. Diese Challenge wurde mit Beginn der Corona-Krise noch ausgeweitet: In der Stay-Fit-Challenge waren die Kollegen dazu aufgerufen sich zu bewegen und jede Sporteinheit zu zählen. Und für jede Sporteinheit hat QualityMinds Geld für ein Hospiz gesammelt, das während dieser schwierigen Zeit mehr denn je auf Spenden angewiesen ist.

Die soziale Nachhaltigkeit ist somit aktuell die stärkste Säule und zum jetzigen Zeitpunkt auch unser Aushängeschild. Wir arbeiten aber auch an den anderen Säulen und sind zum Beispiel gerade dabei den ökologischen Fußabdruck des Unternehmens zu ermitteln.

In diesem Blog habe ich dir gezeigt, welch unterschiedliche Gesichter die Nachhaltigkeit haben kann und dass der Anfang zu nachhaltigem Handeln nicht schwer ist. Damit sich Nachhaltigkeit im Unternehmen aber verankert, müssen aus meiner Erfahrung heraus ein paar Weichen gestellt werden:

  • Nachhaltige Veränderungen müssen gewollt sein und sollten keine Verpflichtung darstellen
  • Versuche Verbündete zu finden, denn gemeinsam ist man stärker
  • Hole alle Kollegen ins Boot und schaffe ein gemeinsames Verständnis
  • Beginne mit kleinen, schnellen Veränderungen, sogenannten QuickWins
  • Sei präsent im Unternehmen mit dem Thema, zeige Sichtbarkeit
  • Habe einen langen Atem, manche Umsetzungen brauchen einfach Zeit

Am Ende meines Blogs stelle ich nun fest, dass es gar nicht so schwer war, mit dem Blog schreiben zu beginnen. Den Einstieg zu finden, eine passende Überschrift zu wählen und zu versuchen Lesende nicht schon nach kurzem zu verlieren, waren die schwierigsten Teile für mich. Genauso ist es aber auch mit der Nachhaltigkeit. Wenn du die Menschen erreichst, die mit dir zusammen an der Umsetzung der Nachhaltigkeit arbeiten, kann sich diese auch in deinem Unternehmen verankern. Probiere es doch einfach aus und starte JETZT!